Praktische Pflege

Diabetes verstehen: Was für Angehörige im Alltag wichtig ist

Anna-Kristin Steiner
Autorin
5. Mai 2026
Veröffentlicht am

Wenn ein nahestehender Mensch an Diabetes erkrankt, verändert sich der Alltag oft nach und nach. Mahlzeiten brauchen dann mehr Planung. Medikamente gehören fest zum Tagesablauf. Auch Arzttermine nehmen zu.

Diabetes ist weit verbreitet. Etwa jede zehnte erwachsene Person in Deutschland lebt mit einer ärztlich bestätigten Diabetes-Diagnose. Meist handelt es sich um Diabetes Typ 2. Rund neun von zehn Erkrankten haben diese Form, die besonders häufig im höheren Lebensalter auftritt. Fachleute vermuten, dass etwa zwei Millionen Menschen Diabetes haben, ohne es zu wissen.

Vielleicht fragen Sie sich: Wie gelingt das Zusammenleben mit der Erkrankung? Diabetes verstehen heißt hier nicht, medizinisches Wissen anzusammeln. Es bedeutet, Zusammenhänge zu verstehen, Auffälligkeiten einordnen zu können und Sicherheit im Umgang zu gewinnen.

Was passiert bei Diabetes im Körper? Diabetes-Ursachen einfach erklärt

Um Diabetes zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den Blutzucker. Zucker ist wichtig für unseren Körper. Er liefert Energie für alles, was wir tun: vom Gehen bis zum Denken. Damit der Zucker in die Zellen gelangt, braucht der Körper Insulin. Die Bauchspeicheldrüse stellt Insulin her. Es ist ein Hormon und wirkt wie ein Schlüssel, der die Zellen für den Zucker öffnet.

Insulin wirkt wie ein Schlüssel: Es öffnet die Zellen für die Energie aus dem Zucker.

Und was passiert bei Diabetes im Körper? Das Zusammenspiel von Zucker und Insulin klappt nicht richtig. Der Körper bildet zu wenig oder kein Insulin. Oder das Insulin wirkt nicht ausreichend. In beiden Fällen bleibt zu viel Zucker im Blut. Der Blutzuckerspiegel ist dauerhaft zu hoch.

Diabetes ist eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, sie begleitet Betroffene dauerhaft und kann langfristige Folgen haben.

Diabetes Typ 1 und Typ 2: Unterschied und Überblick

Es gibt zwei Hauptformen beim Diabetes: Typ 1 und Typ 2. Auch wenn beide Formen im Pflegealltag ähnliche Herausforderungen mit sich bringen können: Ob eine Person Diabetes Typ 1 oder Typ 2 hat, macht einen Unterschied.

Diabetes Typ 1 tritt meist schon bei Kindern und Jugendlichen auf. Das Immunsystem greift die Zellen in der Bauchspeicheldrüse an, die Insulin herstellen. Das nennt man eine Autoimmunerkrankung. Betroffene müssen Insulin spritzen, weil kein Insulin mehr gebildet wird.

Diabetes Typ 2 entwickelt sich langsam, oft über mehrere Jahre. Diese Form betrifft vor allem Erwachsene und ältere Menschen. Es ist zwar noch Insulin im Körper vorhanden, aber es wirkt schlechter. Der Zucker bleibt im Blut.

Warum Diabetes Typ 2 besonders häufig bei älteren Menschen auftritt

Im Alter verändert sich der Stoffwechsel. Die Zellen reagieren schlechter auf Insulin. Weitere Einflüsse können hinzukommen:

  • Übergewicht, besonders im Bauchbereich
  • unausgewogene Ernährung
  • wenig Bewegung
  • Rauchen oder regelmäßiger Alkoholkonsum
  • anhaltender Stress

Dieses Wissen kann Ihnen helfen: Es zeigt, warum ältere Menschen häufiger betroffen sind. Und es macht deutlich, an welchen Stellen Sie gut unterstützen können. Ohne Druck oder Schuldgefühle zu erzeugen.

Online-Pflegekurs

Diabetes Typ 2 – Grundlagen und Lebensstil

Der kostenlose Online-Kurs vermittelt Grundlagen zu Diabetes Typ 2 und zeigt, wie Ernährung, Bewegung und gute Routinen den Alltag erleichtern.

Diabetes-Symptome erkennen bei Senioren und Seniorinnen

Manche Anzeichen können leicht mit Alterserscheinungen verwechselt werden. Achten Sie deshalb aufmerksam auf Veränderungen:

  • starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • viel Durst und häufiges Wasserlassen
  • Infektionen, zum Beispiel in den Harnwegen
  • Wunden, die schlecht heilen (besonders an den Füßen)
  • trockene Haut oder Juckreiz
  • Sehstörungen oder verschwommenes Sehen
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Konzentrationsprobleme oder Verwirrtheit

Bestimmte Veränderungen können auf Diabetes hinweisen.

Fällt Ihnen etwas davon auf? Dann holen Sie gemeinsam ärztlichen Rat ein. Eine Untersuchung klärt, ob es sich um Diabetes handelt oder um etwas anderes.

Wie Diabetes Typ 2 behandelt werden kann

Die Behandlung von Diabetes Typ 2 richtet sich immer nach der individuellen Situation. Das entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt. Mögliche Bausteine sind:

  • Lebensstil anpassen mit ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung 
  • Gewichtsabnahme, wenn sie nötig ist
  • Medikamente in Tablettenform
  • Insulin oder andere Wirkstoffe

Diabetes in der Pflege zuhause: Tipps für Angehörige

Ein fester Tagesablauf kann Menschen mit Diabetes und ihren Angehörigen Sicherheit geben. Auch kleine Schritte zählen:

Gemeinsam den Alltag organisieren: Kleine Hilfen geben Sicherheit.

  • Halten Sie feste Essenszeiten ein
  • Planen Sie gemeinsame Rituale
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. kurze Spaziergänge nach dem Essen
  • Blutzucker gemeinsam messen: ruhiges Begleiten, Werte notieren, ein fester Platz für Messgerät und Zubehör
  • Unterstützung bieten, ohne zu kontrollieren: beim Einkaufen helfen, Mahlzeiten planen, ans Trinken oder an Tabletten erinnern

Angehörige dürfen ebenfalls Unterstützung annehmen. Diabetes-Schulungen oder Online-Pflegekurse können Ihnen helfen, sich sicherer im Umgang zu fühlen. Sie lernen auch, was in Notfällen, zum Beispiel bei Unter- oder Überzuckerung, zu tun ist.

Pflegebedürftigkeit bei Diabetes

Diabetes allein führt nicht automatisch zu einem Pflegegrad. Allerdings kann Pflegebedürftigkeit als Folge von Diabetes entstehen. Etwa dann, wenn weitere Einschränkungen hinzukommen und den Alltag schwerer machen. Dann kann ein Antrag auf einen Pflegegrad sinnvoll sein.

  • Beobachten Sie, was Ihre Pflegeperson noch alleine schafft
  • Achten Sie auf Bewegung und Selbstständigkeit
  • Notieren Sie, wobei regelmäßig Hilfe nötig ist

Denken Sie daran: Bei der fachkundigen Begutachtung müssen Sie nichts beweisen. Es geht darum zu zeigen, wo Hilfe nötig ist.

Wissen schafft Sicherheit

Diabetes verstehen heißt nicht, dass Sie alles kontrollieren müssen. Es reicht, aufmerksam zu bleiben und sich nicht zu überfordern. Holen Sie sich Informationen, die verständlich sind und zu Ihrer Situation passen. So können Sie den Alltag mit Diabetes sicher gestalten.

Robert Koch-Institut. (2025). Diabetes mellitus: Prävalenz (ab 18 Jahre). Internetlink: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/DiabetesMellitus/DiabetesPraevalenz18Plus/diabetesPraevalenz_node.html (letzter Aufruf: 8.1.2026)

Robert Koch-Institut. (2024). Diabetes: 10-Jahres-Risiko (18 – 79 Jahre). Internetlink: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/EinflussfaktorenAufDieGesundheit/Erkrankungsrisiko/Risikoscores/Diabetesrisiko/diabetesrisiko_node.html
(letzter Aufruf: 8.1.2026)

Nationales Gesundheitsportal gesund.bund.de (2022). Krankheiten:
Diabetes Typ 2. Internetlink: https://gesund.bund.de/diabetes-typ-2 (letzter Aufruf: 8.1.2026)

Nationales Gesundheitsportal gesund.bund.de (2021). Krankheiten:
Diabetes Typ 1. Internetlink: https://gesund.bund.de/diabetes-typ-1 (letzter Aufruf: 8.1.2026)

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD). (2024). Zahlen und Fakten zu Diabetes in Deutschland. Internetlink: https://www.dzd-ev.de/das-dzd/ueber-uns/zahlen-und-fakten/index.html (letzter Aufruf: 8.1.2026)

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes‑Zentrum  (DDZ) & Helmholtz Munich. (2024). Diabetes im Alter und in der Pflege. diabinfo – Das Diabetes‑Informationsportal. Internetlink: https://www.diabinfo.de/leben/diabetes-im-alltag/alter-und-pflege.html (letzter Aufruf: 8.1.2026)

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