Praktische Pflege

Hausnotruf für Seniorinnen und Senioren: Zu Hause sicher und selbstständig leben

Hannah Fischer
Autorin
11. März 2026
Veröffentlicht am

Allein zu Hause zu sein, kann gerade für ältere Menschen schnell riskant werden. Ein Sturz im Badezimmer, plötzliche Schwindelanfälle oder ein gesundheitlicher Notfall ist schnell passiert. Beunruhigend, wenn dann niemand in der Nähe ist, der helfen könnte. Das kann nicht nur Betroffene selbst verunsichern, sondern auch ihre Angehörigen. Wie können Betroffene im Ernstfall schnell und zuverlässig Hilfe holen?

Ein Hausnotruf für Seniorinnen und Senioren kann hier eine Lösung sein. Per Knopfdruck können ältere Menschen schnell Unterstützung anfordern, ohne ihre gewohnte Umgebung verlassen zu müssen. Das sorgt für ein sicheres Gefühl, ohne die Selbstständigkeit einzuschränken.

Was ist ein Hausnotruf und wie funktioniert er?

Ein Hausnotrufsystem besteht in der Regel aus einer Basisstation in der Wohnung und einem handlichen Notfallgerät. Das handliche Notfallgerät dient als Notfallknopf und wird meist als Armband oder Kette am Körper getragen. Drückt die Person den Knopf, baut das Gerät automatisch eine Verbindung zu einer Notrufzentrale auf. 

Von der Notrufzentrale aus können geschulte Mitarbeitende mit der Person, die den Notruf abgesetzt hat, sprechen und passende Unterstützung veranlassen. Das kann die Benachrichtigung des Pflegedienstes sein, der Rettungsleitstelle oder auch einer zuvor hinterlegten Kontaktperson.

Per Knopfdruck stellt das Gerät sofort eine Verbindung mit der Notrufzentrale her. Schnelle Hilfe ist so gesichert.

Für wen eignet sich der Hausnotruf?

Ein Hausnotruf ist nicht immer notwendig. Für alleinlebende Seniorinnen und Senioren, die im Notfall niemanden direkt ansprechen können, kann er das Leben allerdings deutlich sicherer machen. Für Alleinlebende, auf die folgende Situationen zutreffen, kann das besonders gelten:

  • erhöhtes Sturzrisiko, etwa aufgrund von Gleichgewichtsproblemen
  • chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes mellitus oder Atemwegserkrankungen, bei denen plötzlich medizinische Hilfe nötig werden kann

Mit einem Hausnotruf können Betroffene im Notfall schnell reagieren und einfach von zu Hause aus Hilfe rufen. Zusätzliche Funktionen wie Sturzsensoren oder Bewegungsmelder können die Sicherheit weiter erhöhen.

Online-Pflegekurs

Sicherheit im Pflegealltag

Bei Pflegebedürftigkeit und im Alter verändern sich Körper und Geist, was seelische oder körperliche Verletzungen wahrscheinlicher macht. Im kostenlosen Online-Kurs lernen Sie, wie Sie die Sicherheit und Selbstbestimmung Ihres Angehörigen fördern.

Einrichtung eines Hausnotrufs: So läuft es ab

Ein Hausnotruf für Seniorinnen und Senioren lässt sich in wenigen Schritten einrichten und in Betrieb nehmen.

1. Den richtigen Anbieter auswählen

Bevor das System eingerichtet wird, lohnt sich ein Vergleich der Anbieter. Auf die Frage: „Welcher Anbieter von Hausnotruf ist der beste?“, gibt es keine einfache Antwort. Wichtige Kriterien sind unter anderem:

  • durchgängige Erreichbarkeit der Notrufzentrale
  • schnelle Reaktionszeiten im Notfall
  • verfügbare Zusatzleistungen wie Sturzsensoren, Bewegungsmelder oder mobile Notrufgeräte
  • Vertragsbedingungen, Laufzeiten und Kündigungsfristen

Viele Anbieter bieten eine telefonische Beratung oder Hausbesuche an, um gemeinsam zu prüfen, welches System sich am besten eignet.

2. Persönliche Situation klären

In einem nächsten Schritt wird der tatsächliche Absicherungsbedarf ermittelt. Dabei wird zum Beispiel geschaut:

  • Wie gut kann sich die pflegebedürftige Person in der Wohnung bewegen? 
  • Besteht ein erhöhtes Sturzrisiko?
  • Welche gesundheitlichen Einschränkungen liegen vor?
  • Wie sieht die Wohnsituation aus? Gibt es mehrere Etagen oder Treppen?
  • Welche Zusatzfunktionen können sinnvoll sein?

Anhand der Einschätzung wird das passende Hausnotrufsystem zusammengestellt.

Hausnotrufsysteme sind besonders sinnvoll für alleinlebende Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko oder Einschränkungen.

3. Antrag bei der Pflegekasse stellen

Wenn ein Pflegegrad besteht, kann der Hausnotruf für Seniorinnen und Senioren als Pflegehilfsmittel beantragt werden. Einige Anbieter unterstützen bei der Antragstellung. Manchmal ist ein ärztliches Attest hilfreich, um den Hausnotruf offiziell als Pflegehilfsmittel anerkennen zu lassen.

4. Das System zu Hause einrichten

Das Gerät lässt sich in der Regel schnell und unkompliziert anschließen:

  • Die Basisstation wird in der Wohnung aufgestellt und über das Stromnetz sowie eine Telefon- oder Mobilfunkverbindung mit der Notrufzentrale verbunden.
  • Der tragbare Notfallknopf wird per Funk mit dem Basisgerät verbunden.
  • Die betroffene Person erhält den Notfallknopf, meist als Armband oder Kette.
  • Die Reichweite des Senders wird getestet, damit er in allen wichtigen Bereichen der Wohnung funktioniert.
  • Die Person erhält eine Einweisung: Wie drückt man den Knopf richtig? Wie läuft der Sprechkontakt ab?

Zusätzlich können je nach Bedarf weitere Funktionen wie Sturzsensoren oder Bewegungsmelder eingerichtet werden.

5. Notfallkontakte hinterlegen

Abschließend werden wichtige Angaben eingetragen, zum Beispiel:

  • medizinische Informationen, etwa chronische Erkrankungen oder regelmäßig benötigte Medikamente
  • Notfallkontakte, zum Beispiel Familienangehörige oder enge Freunde

Bei Bedarf können auch Informationen über einen hinterlegten Schlüssel gespeichert werden, damit Einsatzkräfte im Notfall schnell Zugang zur Wohnung erhalten können.

Die Einrichtung des Hausnotrufs zu Hause ist unkompliziert. Fachpersonal erklärt Schritt für Schritt die Nutzung.

Wie viel kostet ein Hausnotruf im Monat?

Wie hoch bei einem Hausnotruf die Kosten sind, hängt vor allem vom gewählten Leistungsumfang ab. Die monatlichen Gebühren setzen sich häufig aus einem Basistarif und möglichen Zusatzleistungen zusammen. Für einen einfachen Hausnotruf mit Basisstation und Notfallknopf liegen die Kosten in Deutschland meist bei etwa 25 Euro pro Monat. Darin enthalten sind im Allgemeinen die Nutzung des Geräts, die Verbindung zur Notrufzentrale sowie Wartung und Bereitschaftsdienst. 

Wünscht man beim Hausnotruf zusätzliche Sicherheits- oder Komfortfunktionen, können die Kosten steigen. Extras wie automatische Sturzsensoren, mobile Notruflösungen oder weitere Funksender sind oft nicht im Basistarif enthalten. Zusätzlich können einmalige Anschluss- oder Installationskosten anfallen. Sie liegen je nach Anbieter und Region in der Regel zwischen 10 und 50 Euro.

Zusammengefasst bedeutet das:

  • Ein einfacher Hausnotruf kostet ohne Zuschuss meist etwa 25 Euro pro Monat.
  • Zusatzfunktionen erhöhen die monatlichen Kosten.
  • Einmalige Anschlusskosten können zusätzlich anfallen.

Pflegekasse, Krankenkasse und Eigenanteil: Wer zahlt was?

Wer einen Hausnotruf für Seniorinnen und Senioren nutzen möchte, fragt sich womöglich oft: Welchen Hausnotruf zahlt die Krankenkasse? Wer übernimmt die Kosten? Die Antwort hängt vor allem davon ab, ob ein Pflegegrad vorliegt.

  • Pflegekasse: Ein Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel. Hat die Person einen anerkannten Pflegegrad, kann die Pflegekasse die monatlichen Kosten des Basistarifs bis zu 25,50 Euro übernehmen. Voraussetzung: Die Person lebt überwiegend allein und könnte im Notfall ohne Hausnotruf nicht schnell allein Hilfe holen. Die Kostenübernahme erfolgt auf Antrag.
  • Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenkasse ist hier nicht zuständig, da ein Hausnotruf als Pflegehilfsmittel gilt und nicht als medizinisches Gerät für den täglichen Gebrauch.
  • Eigenanteil: Liegt kein Pflegegrad vor oder wünscht die Person Zusatzfunktionen, müssen die Kosten in der Regel selbst getragen werden. Auch wer einen Pflegegrad hat, kann freiwillig für Extras bezahlen, die über den Basistarif hinausgehen.

Zusatzleistungen beim Hausnotruf: Mehr Sicherheit durch Extras

Neben Basisstation und Notfallknopf gibt es zahlreiche Extras, die den Alltag noch sicherer machen können. Sie sind besonders für ältere Menschen interessant, die allein leben und ein erhöhtes Sturzrisiko haben. Hier ein paar Beispiele wichtiger Zusatzleistungen:

  • Sturzsensoren: Erkennen automatisch einen Sturz und lösen einen Notruf aus, selbst wenn die Person den Knopf nicht drücken kann.
  • Bewegungsmelder: Erfassen Bewegungen oder Aktivitäten in der Wohnung und bieten zusätzliche Alarmoptionen.
  • Mobile Notrufgeräte mit GPS-Ortung: Ermöglichen Hilfe auch unterwegs, zum Beispiel bei Spaziergängen.
  • Tagestaste: Mit einer „Alles-in-Ordnung“-Taste bestätigt eine Person regelmäßig, dass es ihr gut geht. Bleibt die Bestätigung aus, wird automatisch ein Alarm ausgelöst.

Viele dieser Zusatzfunktionen übernimmt die Pflegekasse nicht, da sie über den Basistarif hinausgehen. Wer solche Extras nutzen möchte, muss sie häufig selbst bezahlen.

Hausnotruf für Seniorinnen und Senioren: Sicher durch den Alltag

Mit einem Hausnotruf lassen sich Risiken für Seniorinnen und Senioren im Alltag verringern, ohne die gewohnte Freiheit einzuschränken. Ein Hausnotruf kann ein selbstbestimmtes Leben unterstützen und im Notfall schnelle Hilfe ermöglichen. Sprechen Sie bei Gelegenheit mit Ihrer angehörigen Person über ihre Situation und ihre Wünsche. Oft fühlen sich am Ende beide sicherer.

Gesundheitsportal gesund.bund.de. (2024). Hausnotruf – schnelle Hilfe auf Knopfdruck. Internetlink: https://gesund.bund.de/hausnotruf (letzter Aufruf: 1.2.2026)

Bundesministerium für Gesundheit. (2025). Pflegehilfsmittel. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege-zu-hause/pflegehilfsmittel.html (letzter Aufruf: 1.2.2026)

serviceportal-zuhause-im-alter.de. (o.J.). Hilfe per Knopfdruck: Der Hausnotruf. Internetlink: https://www.serviceportal-zuhause-im-alter.de/nachbarschaftshilfe-und-soziale-dienstleistungen/hilfen-bei-gesundheitlichen-einschraenkungen/hausnotruf/ (letzter Aufruf: 1.2.2026)

Verbraucherzentrale (2024). Hausnotrufsysteme: Schneller Draht zur Hilfe. Internetlink: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-zu-hause/hausnotrufsysteme-schneller-draht-zur-hilfe-10566 (letzter Aufruf: 1.2.2026)

GKV-Spitzenverband. (2024). Pflegehilfsmittel: Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Internetlink: https://www.gkv-spitzenverband.de/service/hmv/phm/p_himi.jsp (letzter Aufruf: 1.2.2026)
Titelbild: monkeybusinessimages
Bild1: Linke Seite Elmar Gubisch / Rechte Seite Ai generiert
Bild2: PIKSEL
Bild3: DragonImages

Weitere spannende Inhalte

Alle Artikel

So funktioniert’s

Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Bitte teilen Sie uns Ihr Anliegen mit und wir werden uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung setzen. Bitte melden Sie sich an, um Hilfe zu den Kursinhalten zu erhalten.
Danke für Ihre Nachricht.
Wir haben Ihre Nachricht erhalten und melden uns bald bei Ihnen.

So funktioniert’s

Wir nutzen Cookies

Wir und von uns beauftragte Dienstleister verwenden auf dieser Webseite Cookies. Einige Cookies sind notwendig, damit die Seite funktioniert. Andere Cookies helfen uns, Inhalte und Anzeigen besser zu machen. Ihre Entscheidung ist freiwillig und kann jederzeit in den Privatsphäre-Einstellungen geändert werden. Details zu den von uns verwendeten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Cookie-Einstellungen

Notwendige Cookies

Unbedingt erforderliche Cookies gewährleisten Funktionen, ohne die Sie unsere Webseite nicht wie vorgesehen nutzen können. Unbedingt erforderliche Cookies dienen zum Beispiel dazu, dass Sie als angemeldeter Nutzer bei Zugriff auf verschiedene Unterseiten unserer Webseite stets angemeldet bleiben und so nicht jedes Mal bei Aufruf einer neuen Seite Ihre Anmeldedaten neu eingeben müssen. Unbedingt erforderliche Cookies werden automatisch gesetzt.

Performance-Cookies

Mit diesen Cookies werten wir aus, ob Sie durch Klick auf ein Werbemittel unsere Webseite besucht haben. Auch der Kauf oder die Buchung eines Service auf unserer Webseite kann dadurch nachvollzogen werden.

Webseiten-Analyse

Webseiten-Analysen helfen uns zu verstehen, wie Besucher mit unsere Webseiten interagieren, indem anonym Informationen gesammelt und ausgewertet werden. Hierzu nutzen wir Google Analytics.
Hinweis: Wir setzen auch Dienstleister in Drittländern außerhalb der EU ohne angemessenes Datenschutzniveau ein, wodurch das Risiko von behördlichen Zugriffen und somit eines gewissen Kontrollverlusts besteht.