Nachbarschaftshilfe

Wie Nachbarschaftshilfe im Alltag Rückhalt geben kann: Praktische Beispiele für die Pflege zu Hause

Hannah Fischer
Autorin
17. Dezember 2025
Veröffentlicht am

Für viele Menschen mit Pflegebedarf, die zu Hause wohnen, bedeutet der Alltag vor allem eines: Herausforderungen, die sie allein kaum bewältigen können. Gleichzeitig wünschen sich pflegebedürftige Menschen, am Leben möglichst selbstständig teilhaben zu können. Genau hier kann Nachbarschaftshilfe unterstützen.

Wir haben ein paar Beispiele, die Ihnen zeigen, wie Nachbarschaftshilfe die Pflege erleichtern kann. Schon kleine gemeinsame Aktivitäten können der pflegebedürftigen Person das Gefühl geben, eingebunden zu sein. Und gleichzeitig sorgt das Angebot für Entlastung der Angehörigen.

Warum Nachbarschaftshilfe eine so wertvolle Stütze ist

Helfen bedeutet nicht nur, Zeit zu investieren, sondern auch, eine Beziehung zu einem Menschen aufzubauen. Viele Nachbarinnen und Nachbarn übernehmen Aufgaben, die meist nur einen geringen zeitlichen Aufwand bedeuten, aber auch eine menschliche Geste sind. Genau das macht Nachbarschaftshilfe so wertvoll. Nachbarschaftshilfe in der Pflege lässt Nähe entstehen. Und sie kann darüber hinaus mehr Struktur in den Alltag der pflegebedürftigen Person bringen.

Nachbarschaftshilfe kann schon durch kleine Gesten mehr Nähe und Struktur in den Alltag der pflegebedürftigen Person bringen.

Nachbarschaftshilfe im Alltag: Beispiele, was Menschen mit Pflegebedarf und Helfende zusammen tun können

Sie haben Lust auf Nachbarschaftshilfe, aber wissen nicht, was damit genau gemeint ist? Sie überlegen, eine Nachbarschaftshelferin oder einen Nachbarschaftshelfer zur Unterstützung zu holen, können sich aber wenig darunter vorstellen? Damit Sie besser verstehen, was Nachbarschaftshilfe alles kann, haben wir hier ein paar Beispiele für Sie:

Wege begleiten

Oft trauen sich pflegebedürftige Menschen nicht mehr allein aus ihrem Zuhause. Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer können hier Sicherheit geben, indem sie:

  • zu Erledigungen begleiten, zum Beispiel zum Bäcker oder zur Apotheke
  • mit zu Arztterminen gehen und im Wartezimmer Gesellschaft leisten
  • mit der pflegebedürftigen Person spazieren gehen, um Bewegung und frische Luft in den Alltag zu bringen
  • Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln begleiten und beim Einsteigen in Bus und Bahn unterstützen

Alltagsaufgaben erledigen

Viele Aufgaben bei der Pflege zu Hause sind keine Pflegetätigkeiten, sondern haben mit Organisation zu tun. Nachbarschaftshelfer und Nachbarschaftshelferinnen können hier pflegenden Angehörigen einiges abnehmen. Zum Beispiel:

  • kleine und größere Einkäufe übernehmen oder gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person zum Supermarkt gehen
  • Rezepte abholen und Medikamente besorgen
  • Post wegbringen oder Pfand abgeben
  • Getränkekisten tragen oder schwere Dinge heben

Auch wenn Nachbarschaftshelfer und Nachbarschaftshelferinnen keine pflegefachlichen Aufgaben übernehmen dürfen, können sie pflegende Angehörige im Alltag enorm entlasten. Und für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, bietet Nachbarschaftshilfe die Gelegenheit, den Alltag wieder selbstständiger zu gestalten.

Sich gemeinsam beschäftigen, Gespräche führen und Erinnerungsarbeit machen

In diesem Teil der Nachbarschaftshilfe geht es ausdrücklich um die zwischenmenschliche Beziehung zwischen pflegebedürftiger Person und Helferin oder Helfer. Menschen blühen auf, wenn sich jemand Zeit nimmt und echtes Interesse für sie mitbringt. Mögliche Aktivitäten in der Nachbarschaftshilfe, um die soziale Bindung der pflegebedürftigen Person zu festigen, können sein:

  • Fotoalben anschauen und über die Lebensgeschichte sprechen
  • Lieblingsmusik hören oder kleine Erinnerungsstücke sortieren
  • leichte Bastelarbeiten oder Handarbeiten gemeinsam durchführen
  • kurze Gedächtnisübungen und Kreuzworträtsel machen, Spiele spielen oder die Zeitung lesen
  • einmal am Tag gemeinsam die wichtigsten Termine durchgehen

Die Aktivitäten können die Stimmung der pflegebedürftigen Person heben und weniger einsam machen. Das trifft besonders dann zu, wenn pflegende Angehörige nicht ständig vor Ort sein können.

Gespräche, Erinnerungsarbeit oder gemeinsame Aktivitäten können die Verbindung zwischen pflegebedürftiger Person und Helfenden stärken und Einsamkeit lindern.

Im Haushalt helfen

Nachbarschaftshilfe bedeutet nicht, die ganze Wohnung zu putzen oder schwere Hausarbeit zu leisten. Schon viele kleine Tätigkeiten können die pflegebedürftige Personen und pflegende Angehörige sehr entlasten:

  • Pflanzen gießen, Müll herausbringen, frische Getränke bereitstellen
  • Wäsche waschen und gemeinsam zusammenlegen
  • leichte Mahlzeiten warm machen oder beim Zubereiten helfen
  • morgens beim Start in den Tag helfen, zum Beispiel Rollläden öffnen, lüften oder Tee kochen

Voraussetzungen für Nachbarschaftshilfe

Man kann auf zwei Arten Nachbarschaftshilfe in der Pflege leisten: ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung oder mit Anerkennung und Aufwandsentschädigung über den Entlastungsbetrag. Welche Regeln gelten, hängt davon ab, in welchem Bundesland die Hilfe stattfindet.

Nachbarschaftshilfe als Ehrenamt im Alltag

Viele Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer engagieren sich ehrenamtlich im Alltag, ohne dafür regulär bezahlt zu werden. Dabei kommt es auf Folgendes an:

  • Alles, was Helferinnen und Helfer Sie mitbringen, sind Einfühlungsvermögen, Zuverlässigkeit und ein offenes Ohr.
  • Helferinnen und Helfer können unterstützen, unabhängig davon, ob die pflegebedürftige Person einen Pflegegrad hat.
  • Helferinnen und Helfer haben Spaß daran, Zeit mit der pflegebedürftigen Person zu verbringen und ihren Alltag ein Stück leichter zu machen.

Gleichzeitig macht eine Einführung zu dem Thema häufig Sinn. Bei curendo bieten wir Pflegekurse im Zusammenhang mit Nachbarschaftshilfe online und kostenlos an.

Online-Pflegekurs

Nachbarschaftshilfe

Als Nachbarschaftshelferin oder -helfer unterstützen Sie pflegebedürftige Menschen im Alltag. In vielen Bundesländern erhalten Sie dafür bis zu 131 € monatlich. Unser kostenlosen Online-Kurse bereiten Sie flexibel und bequem von zuhause auf diese wertvolle Aufgabe vor.

Nachbarschaftshilfe als Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung über den Entlastungsbetrag

Wenn es darum geht, für die Nachbarschaftshilfe eine Art Bezahlung zu bekommen, sieht das Ganze etwas anders aus. Über den Entlastungsbetrag der Pflegekasse kann in einigen Bundesländern ein Teil der Hilfe finanziert werden. Dabei ist Folgendes wichtig:

  • Pflegegrad nötig: Die pflegebedürftige Person muss mindestens Pflegegrad 1 haben, damit die Pflegekasse die Hilfe finanziell unterstützt.
  • Qualifikation oder Schulung: In vielen Fällen ist ein spezieller Kurs nötig, damit die Nachbarschaftshilfe von der Pflegekasse offiziell anerkannt wird.
  • Dokumentation und Anerkennung: Damit die Aufwandsentschädigung über den Entlastungsbetrag ausgezahlt werden kann, müssen die erbrachten Stunden dokumentiert werden. Einige Kassen fordern zur Anerkennung der Nachbarschaftshilfe ein bestimmtes Formular.

Wenn Ihnen noch ein paar Dinge unklar sind, wenden Sie sich mit Fragen zur Nachbarschaftshilfe am besten an die Pflegekasse der Person, die unterstützt werden soll. Die Pflegekasse kann Ihnen bei Fragen weiterhelfen und sagen, worauf Sie konkret achten müssen.

Wissen, worauf es ankommt

Um die Aufgaben in der Nachbarschaftshilfe gut meistern zu können, lohnt sich oft ein Pflegekurs. Häufig ist ein Pflegekurs sogar eine wichtige Voraussetzung, um für die Nachbarschaftshilfe eine Bezahlung über die Pflegeversicherung zu erhalten. Einige Pflegekassen oder Organisationen bieten solche Pflegekurse im Zusammenhang mit Nachbarschaftshilfe online kostenlos an. Typische Inhalte sind:

  • Grundlagen der Pflege: Informationen zu einfachen Hilfestellungen im Alltag, zum Beispiel zum gemeinsamen Aufstehen von der Bettkante oder zu Grundlagen der Hygiene
  • Alltagsbegleitung: Tipps zu Beschäftigungsmöglichkeiten, Unterstützung im Haushalt und gemeinsamer Fortbewegung, zum Beispiel zu Ausflügen mit dem Rollator
  • Kommunikation: Anregungen dazu, wie man Gespräche führen, Orientierung geben und Beziehung stärken kann
  • Grenzen und Sicherheit: Anleitungen, um eigene Belastung, Risiken und Notfälle zu erkennen

Nachbarschaftshilfe in der Pflege: Das bringt's

Die Beispiele zur Nachbarschaftshilfe in der Pflege zeigen: Wenn Sie etwas Zeit, Einfühlungsvermögen und Organisationstalent mitbringen, können Sie den Alltag eines anderen Menschen enorm bereichern.

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